Ziel dieses Abschnitts ist es nicht, die initialen Ergebnisse der künstlichen Intelligenz als abschließend anzuerkennen. Vielmehr soll dem Nutzer die Möglichkeit geboten werden, diese Ergebnisse visuell zu überprüfen, sie mit einer Liste abzugleichen, ungenaue Kandidaten auszuschließen, die Analyse bei Bedarf mit den verbleibenden Erkennungen zu wiederholen und letztlich DXF-/PDF-/PNG-Dateien herunterzuladen.
1. Hauptlogik nach der Analyse
Nach der Analyse eines Architekturplans generiert das System zahlreiche Kandidaten. Diese können Türen, Fenster, Wände, Achsen, Säulen, Vorhangfassaden, Treppen, Aufzugsschächte oder andere architektonische Bauelemente umfassen. Es ist jedoch wichtig, nicht jede Erkennung der KI-Modelle als endgültig korrekt zu betrachten. Daher stellt das System dem Nutzer nach der Analyse eine Kontrollseite zur Verfügung.
Diese Kontrollseite ist in zwei zentrale Bereiche gegliedert:
• Liste der visuellen Ergebnisse: Im Plan markierte visuelle Resultate.
• Erkennungsliste: Eine tabellarische Übersicht der von der künstlichen Intelligenz identifizierten Kandidatenelemente.
Durch diese Struktur erhält der Nutzer nicht nur das Bild, sondern auch Informationen wie ID, Typ, Konfidenzwert, Koordinaten, Größe und Quelle jedes Kandidaten.
2. Bereich „Visuelle Ergebnisse“
Der Bereich „Visuelle Ergebnisse“ unten links im Diagramm zeigt die verarbeitete Version des analysierten Architekturplans. Hier visualisiert das System die erkannten Elemente direkt im Plan. Jedes Objekt wird mittels farbiger Linien, Kästchen, Beschriftungen bzw. ID-Nummern dargestellt.
Dieser Bereich dient der visuellen Überprüfung des Systems. Beispielsweise wird eine vom System fälschlich als Tür identifizierte Tür statt eines Fensters im Plan sichtbar. Auch eine irrtümlich als Achsenpunkt klassifizierte Wand wird in diesem Bereich klar erkennbar.
3. Erkennungsliste
Der Bereich „Erkennungsliste“ neben dem visuellen Ergebnis stellt alle vom System gefundenen Elemente tabellarisch dar. Diese Tabelle erhöht die Transparenz des Systems, da der Nutzer nicht nur das Ergebnis „Das System hat dies gefunden“ angezeigt bekommt, sondern auch die Zuverlässigkeit der jeweiligen Erkennung einsehen kann.
Diese Liste ist für eine manuelle Korrektur von zentraler Bedeutung. Der Nutzer hat die Möglichkeit, Kandidaten mit niedriger Bewertung auszuwählen und zu löschen, falsch klassifizierte Elemente auszuschließen oder die Analyse mit den verbleibenden korrekten Kandidaten neu zu starten.
4. Logik der Konfidenzbewertung
Ein wesentliches Konzept im Diagramm stellt die Konfidenzbewertung dar. Diese gibt in Prozent an, wie sicher sich die künstliche Intelligenz bezüglich eines Ergebnisses ist. Beispiele:
• 96 % Konfidenzbewertung: Das System ist sich des Ergebnisses sehr sicher.
• 75 % Konfidenzbewertung: Höchstwahrscheinlich korrekt, sollte jedoch überprüft werden.
• 45 % Konfidenzbewertung: Ein fragwürdiger Kandidat; eine Entfernung oder genauere Untersuchung wird empfohlen.
5. Entfernen von Kandidaten unterhalb des Schwellenwerts
Im oberen linken Bereich des Diagramms befindet sich die Funktion „Kandidaten unterhalb der Bewertung entfernen“. Hier kann der Nutzer eine automatische Bereinigung durchführen, indem er einen prozentualen Schwellenwert definiert. Das System entfernt sämtliche Kandidaten, deren Bewertung unter diesem Schwellenwert liegt.
Beispiel:
• Bei einem Schwellenwert von 50 % werden Kandidaten unter 50 % entfernt, Kandidaten ab 50 % bleiben erhalten.
• Bei einem Schwellenwert von 70 % werden weitere Kandidaten unter 70 % entfernt, was das Ergebnis übersichtlicher und selektiver gestaltet.
Diese Funktion ist insbesondere bei Analysen mit zahlreichen falsch-positiven Ergebnissen hilfreich. Der Nutzer muss nicht hunderte Kandidaten manuell löschen, sondern kann mithilfe eines Schwellenwerts eine automatische Vorselektion vornehmen.
6. Das richtige Ergebnis durch Ausprobieren finden
Ein wesentlicher Vorteil des Systems im vorliegenden Diagramm besteht darin, dass der Nutzer nicht an ein einzelnes Analyseergebnis gebunden ist. Er kann verschiedene Schwellenwerte testen, Kandidaten mit niedrigen Bewertungen entfernen, einzelne Kandidaten manuell beibehalten und die Analyse mit den verbleibenden Treffern erneut durchführen.
Beispielhafter Ablauf:
1. Das System führt die Erst-Analyse durch.
2. Der Nutzer prüft die Ergebnisse.
3. Bei zu vielen Fehlalarmen wird der Schwellenwert auf 60 % gesetzt.
4. Das System löscht Kandidaten unter 60 %.
5. Der Nutzer überprüft das visuelle Ergebnis erneut.
6. Gegebenenfalls werden weitere Kandidaten manuell entfernt.
7. Die Analyse wird mit der Option „Analyse mit verbleibenden Elementen ausführen“ neu gestartet.
8. Ein präziseres Ergebnis wird erreicht.
9. Die Ausgabe erfolgt, sobald das Ergebnis zufriedenstellend ist.
Dieser Ansatz wandelt das System von einem rein automatisierten Werkzeug in eine kontrollierte, interaktive und nutzerorientierte Analyseplattform.
7. Benutzereingriff und manuelle Bereinigung
Die im Diagramm dargestellte Struktur verdeutlicht, dass Benutzereingriffe ein integraler Bestandteil des Systems sind. Der Benutzer ist nicht verpflichtet, sämtliche Analyseergebnisse zu akzeptieren.
Der Benutzer sollte folgende Möglichkeiten haben:
• Falsch erkannte Objekte löschen.
• Kandidaten mit niedriger Punktzahl in großer Anzahl entfernen.
• Aus einer Liste auswählen.
• Objekte in der Visualisierung selektieren.
• Ausgewählte Kandidaten aus dem Plan entfernen.
• Die Analyse mit den verbleibenden, korrekten Kandidaten erneut durchführen.
Diese Funktion ist insbesondere bei Architekturplänen von großer Bedeutung, da einzelne Zeichnungen sich mitunter stark ähneln können. So kann beispielsweise eine dünne Wandlinie einer Achsenlinie gleichen. Ein Türrahmen kann gelegentlich mit einer Möbellinie verwechselt werden, und eine Fensterlinie kann in bestimmten Plänen als Wandschnitt erscheinen. Aus diesem Grund gestaltet es sich schwierig, ohne Benutzereingriff ein vollständig verlässliches Ergebnis zu erzielen.
8. Analyse mit verbleibenden Elementen ausführen
Eine der wichtigsten Schaltflächen im Bereich der Erkennungsliste ist die Schaltfläche „Analyse mit verbleibenden Erkennungen ausführen“. Diese ermöglicht eine erneute Analyse der verbleibenden Kandidaten, nachdem der Benutzer die Daten bereinigt hat. Dieser Prozess ist essenziell, da:
• Falsche Kandidaten von der Analyse ausgeschlossen werden.
• Das System mit präziseren Daten neu arbeitet.
• Die Ergebnisberechnung auf bereinigten Daten basiert.
• Das Endergebnis an Verlässlichkeit gewinnt.
Dies entspricht einem human-in-the-loop-Ansatz innerhalb von Systemen der künstlichen Intelligenz. Das System trifft demnach nicht ausschließlich maschinelle Entscheidungen, sondern wird durch menschliche Kontrolle ergänzt.
9. Abschlussphase
Im Zentrum des Diagramms befindet sich der Block „Abschluss“. Dieser verarbeitet die bereinigten und verifizierten Ergebnisse und generiert das finale Resultat.
In der Abschlussphase ist das System in der Lage:
• Die verbleibenden Kandidaten zu bewerten.
• Die Gesamtstruktur des Plans zu interpretieren.
• Architekturelemente in sinnvolle Ebenen zu gliedern.
• Die erforderlichen Daten für die Ausgabe vorzubereiten.
• Die endgültige Dateistruktur für DXF-, PDF- und PNG-Ausgaben zu erstellen.
Dabei ist hervorzuheben, dass das Ergebnis nicht ausschließlich auf der initialen KI-Analyse basiert, sondern erst nach der Bereinigung und Korrektur durch den Benutzer entsteht. Das finale Ergebnis vereint folglich KI-Vorhersagen und Benutzereingaben.
10. DXF/PDF-Download
Nach Abschluss der Analyse kann der Benutzer die professionellen Ergebnisse herunterladen. Der Block „DXF/PDF herunterladen“ im Diagramm illustriert diesen Vorgang. Das System generiert dabei folgende Dateien:
• PDF: Bericht sowie visuelle Ergebnisdarstellung
• DXF: Technische Zeichnung, welche in CAD-Software geöffnet werden kann
• PNG: Bearbeitete Plandarstellung
Die DXF-Datei ist besonders relevant für Architekten und Ingenieure, da sie in AutoCAD, DraftSight, LibreCAD oder vergleichbarer CAD-Software verwendet werden kann. Dadurch lässt sich der von der künstlichen Intelligenz bearbeitete Plan nahtlos in die technische Zeichenumgebung überführen.
11. Bereich „Generierte Dateien“
Der Bereich „Generierte Dateien“ auf der rechten Seite listet sämtliche vom System erzeugten Dateien auf. Hier hat der Benutzer die Möglichkeit, die Ergebnisdateien einzeln zu öffnen oder herunterzuladen. Das Panel kann folgende Dateitypen enthalten:
• Stützen- und Wanddiagramm (PNG)
• Stützen-PNG
• Wanddiagramm (PNG)
• PDF
• Stützen- und Wanddiagramm (DXF)
• Kandidaten-Stützen-DXF
• Kandidaten-Wanddiagramm (DXF)
Diese Auflistung zeigt, dass das System nicht nur eine einzige Ausgabe generiert. Jede Datei dient einem spezifischen Zweck.
Die Stützen- und Wanddiagramm-Datei (PNG) stellt eine kombinierte visuelle Ausgabe aller Ergebnisse dar.
Die Stützen-PNG-Datei trennt Kandidaten-Stützen visuell voneinander.
Die Wanddiagramm-PNG-Datei archiviert die finale Ansicht auf dem Bildschirm des Benutzers.
PDF-Dateien eignen sich für Berichte und Weitergabe.
Die Plan-DXF-Datei stellt eine allgemeine Planausgabe dar, welche in einer CAD-Umgebung verwendet werden kann.
Die Kandidaten-Stützen-DXF-Datei ist eine spezielle technische Ausgabe, die ausschließlich Kandidaten-Stützen enthält.
Die Kandidaten-Wanddiagramm-DXF-Datei ist eine technische Ausgabe, welche Kandidaten-Wanddiagramme beinhaltet.
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